Die Kamera

Malen mit Licht

Die Kamera ist das unsichtbare Auge des Films. Sie trägt maßgeblich zum Erzählen der Geschichte bei. Die Arbeit mit der Kamera ist dabei Handwerk und Kunst zugleich. Besonders feinfühlige Kamerafrauen und -männer, heißt es, malen mit Licht.

Kapitelübersicht

Drei Dinge, die für die Kameraarbeit wichtig sind:

1) Licht

2) Ausrüstung

3) Bildsprache

1) Licht

Standbild aus "Angst vor der Gewalt" vom Kinderrechte-Filmfestival 2017
Standbild aus "Familiengeheimnis" vom Kinderrechte-Filmfestival 2017

Ohne Licht geht’s nicht

Licht ist die Voraussetzung und das zentrale Gestaltungsmittel der Kameraarbeit.

Je nachdem, wie das Licht eingesetzt wird, kann es das Gefühl einer Szene noch verstärken.

In diesen Bildbeispielen war es das Ziel der Beuleuchter*Innen, eine schaurige Atmosphäre zu schaffen.

2) Ausrüstung

Eine Halterung wie diese ermöglicht euch stabilere Filmaufnahmen mit eurem Handy.

Kameras können fahren, schweben und… wackeln

Wer schonmal ein Foto mit einem Selfiestick geschossen hat, weiß, wie hilfreich die passende Kameraausrüstung sein kann.

Für Filmkameras sowie Handys gibt es die unterschiedlichste Ausrüstung.

Handkamera

Wer ganz ohne extra Ausrüstung dreht, nimmt die Kamera einfach in die Hand. Das sorgt für den berühmten Wackeleffekt.

Richtig eingesetzt kann das Wackeln eine Szene zusätzlich beleben.

Bei zu viel Gewackle wird dem Publikum schnell schlecht. Geht also bedacht damit um.

Rig

Wendig und trotzdem stabil: ein Rig federt das Wackeln eurer Kamera ab, während ihr sie in der Hand haltet.

Stativ

Auf einem Stativ steht eure Kamera ganz stabil und kann sauber geschwenkt und geneigt werden.

Für manche Aufnahmen ist ein Stativ unerlässlich. Zum Beispiel für Zeitraffer, bei denen die Kamera stundenlang an einem Ort steht und sich dabei keinen Millimeter bewegen soll.

Schienen

Bei sogenannten Kamerafahrten fährt die Kamera wortwörtlich auf Schienen.

Ihr braucht aber nicht unbedingt Schienen, um den Effekt selbst nachzustellen. Für die folgende Filmaufnahme wurde die Kamera einfach auf ein Fahrzeug aus Lego gestellt.

Filmbeispiel

Eine fahrende Kamera in "Das Leben ist (k)ein Ponyhof". Entstanden im Rahmen des Kinderrechte-Filmfestivals 2015

3) Bildsprache

Sprechen Sie Film?

Wenn aus einem Drehbuch ein Film wird, entsteht aus der geschriebenen Sprache eine Bildsprache.

Wie eure Muttersprache, versteht ihr auch die Bildsprache fast instinktiv.

Um sie tiefer zu begreifen und kreativ anwenden zu können, hilft es aber, euch mit ihrer speziellen „Grammatik“ vertraut zu machen.

Nützliche Begriffe dafür erfahrt ihr in diesem Video:

Tutorial zu Bildausschnitt und Perspektive

Von unserem Youtube-Kanal

Profitip

Ein professionelles Storyboard von Flickr-User RYZOM (CC BY-SA 2.0)

Das Storyboard

Wer sich besonders gut auf den Dreh vorbereiten will, kann vorher ein Storyboard zeichnen.

Das ist so etwas wie ein Comic, der die Geschichte des Drehbuchs Bild für Bild abbildet – so, wie sie am Ende mit der Kamera aufgenommen werden soll.

Neben den einzelnen Einstellungen und ihren Einstellungsgrößen und Perspektiven kann das Storyboard auch Kamerabewegungen und Ideen für den Schnitt beinhalten.

Eine Vorlage für ein Storyboard könnt ihr hier herunterladen:

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